Neuentdeckungen eines Gartengestalters

erschienen in: „Der Staudengarten"
Vierteljahresheft der Gesellschaft der Staudenfreunde eV.
Ausgabe 1/99 und 2/99


Als gelernter Baumschulist und Techniker im Garten- und Landschaftsbau habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Seit 1992 arbeite ich als selbständiger Gartengestalter im Privatgartenbereich. In Zukunft will ich vermehrt mit Gartenarchitekten und Pflanzenliebhabern arbeiten, die das Problem haben, qualifizierte Pflege für ihre Staudenpflanzungen zu finden.
Seit 1991 baue ich meinen Privatgarten auf. Das 2000 m² große Grundstück mit altem Baumbestand liegt nahe der niederländischen Grenze auf lehmigem Sand. Zur Zeit wachsen hier ca. 650 mehrjährige, winterharte Pflanzen. Ab 1999 veranstalte ich Gartenführungen in der Erwachsenenbildung.
Insbesondere die Gattungen Aster, Clematis, Geranium und Narzissus interessieren mich, was auch mit meiner Arbeit zu tun haben muß. Diese vier Gattungen reichen doch aus, um mit winter-, frühjahrs- und sommerblühenden Gehölzen und einigen Gräsern ein pflegearmes, immerblühendes Gartenbild zu schaffen.
Auf den Grünberger Gehölz- und Staudentagen im November 1998 äußerte Dr. Wolfgang Borchardt, Erfurt einen Gedanken, der auch meine Auffassung von Gartengestaltung widerspiegelt: „Bäume und Sträucher sind die Kulisse für das Theater, das die Stauden spielen". Die Stauden spielen die Hauptrolle, der Niederländer Piet Oudolf geht in seiner gestalterischen Arbeit noch einen Schritt weiter, er benutzt Großstauden wie Chinaschilf, Wasserdost und Knötericharten anstatt der gewohnten Ziersträucher.
Was für die ältere Generation von Gärtnern die Bücher von Karl Foerster waren, ist für mich das Buch „Die Stauden und ihre Lebensbereiche" von Hansen und Stahl. Es erlaubt die standortgerechte Verwendung und hilft Versuch und Irrtum zu vermeiden. Gute Staudenkataloge enthalten die hieraus abgeleiteten „Standortkennzahlen". Die Übersetzung des Hansen/Stahl vor wenigen Jahren hat in England eine euphorische Aufnahme gefunden. Für Penelope Hobhouse z.B. hat die Wahl einer geeigneten Pflanzengesellschaft gegenüber dem exakten Analysieren von Farbeffekten an Bedeutung gewonnen. Sie nennt ihn „eine Bibel für alle, die mit Gartengestaltung zu tun haben." GP 11/94. Ihr neuestes Buch heißt folgerichtig „Pflanzen in ihren Lebensbereichen", Ulmer- Verlag, erschienen Frühjahr 1999.
Mit Kunst und Natur als Vor-Bilder für Staudenpflanzungen beschäftigen sich auch zwei Gartenpraxis Seminare in 1999.
Aber nun zu den Stauden. Einige der Pflanzen wurden schon im „Staudengarten" beschrieben, u.a. bei Christian H. Kreß in Heft 1/98.

Saxifraga pensylvanica,Saxifraga pensylvanica,Saxifraga pensylvanica,
Im Gehölz und schattigen bis halbschattigen Gehölzrandbereich wächst Saxifraga pensylvanica, die mir vor vier Jahren ein Mitarbeiter von Anja Maubach in Wuppertal empfahl. „Wie Bergenien zu verwenden, trockenheitsverträglich," ließ mich aufhorchen.
Auf drei bis fünf knie- bis hüfthohen Blütenstielen sitzen im Mai pyramidenförmig kleine gelblich weiße Blüten. Der 30 cm hohe Blatthorst ist wintergrün. Die rotorange Herbstfärbung des frisch grünen, behaarten, lederartigen Blattes verändert sich mit dem Witterungsverlauf. Wie sich allerdings herausstellte, muß etwas Bodenfrische schon vorhanden sein, sonst schlappen die Blätter.

Tellima grandiflora 'Rubra', die rotblättrige Form der falschen Alraunwurzel, ist eine anspruchslose, 30-40 cm hohe wintergrüne Blattschmuckstaude „zur Unterpflanzung auch im tiefsten Schatten, Wurzeldruck gut vertragend" wie der Katalog der Firma Kayser und Seibert angibt. Eine rotblättrige Staude für den Schatten, zumindest ab dem Sommer, wenn die Im Austrieb grünen Blätter wieder rötlich werden. Letztere verbreitert sich im Laufe der Jahre, Tellima aber bleibt horstig. Bei mir sät sich T. grandiflora 'Rubra’ sich nicht oder kaum aus, im Gegensatz zur Art, die am falschen Platz lästig werden kann. Fällt die Staude während der Blüte auseinander, schneide ich kurz über dem Boden zurück, Tellima entwickelt schnell wieder neues Blattwerk. Mit etwas Hilfe wehrt sie sich erfolgreich gegen Geranium macrorrhorizum, paßt aber auch zu Waldstauden wie Arum, Actea, Polygonatum und Epimedium. Es sind wie bei der Heuchera verschiedene Typen im Umlauf, entscheidend ist die schönste Winterfärbung.

Aster divaricatus
Aster divaricatus
Unverzichtbar sind mir inzwischen einige der im Schatten und Halbschatten wachsenden nordamerikanischen Wildastern geworden. Die weiße Wald- oder Buschaster genannte Aster divaricatus verträgt Trockenheit, Schatten und Wurzeldruck. In meinem Garten wächst sie auf der Nordwestseite einer 35-jährigen Birke, einen guten Meter vom Stamm entfernt. Sie blüht weißlich auf ca. 60 cm hohen, dunklen Stielen. Bei diesem Exemplar erscheinen die Blüten von Ende Juli bis in den September hinein. Auffällig ist, daß alle deutschen Quellen, nämlich der Hansen/Stahl, Kayser und Seibert, das Lexikon der Freilandschmuckstauden und die Asternmonographie von Werner Schöllkopf September bis Oktober als Blütezeit angeben. Penelope Hobhouse stellt sie zu den weißen Spätsommerblühern, auch bei den niederländischen Staudengärtnern blüht sie eher, im Juli, August und September, in keinem Fall im Oktober. Entfernt man die abgeblühten Blütenstände remontiert sie bald darauf. Sie ziert wie die anderen Wildastern mit den fedrigen, reifen Samenständen bis zum Winterende. Ähnlich sind die Sorte A. divaricatus 'Tradescant' und die Art A. tradescsantii , lt. PPP-Index A. pilosus var. demolus.. Weitere schöne Wildastern für den Gehölzrandbereich sind Aster ageratoides und ihre Sorten, Aster macrophyllus und ihre Sorte A. macrophyllus 'Albus', sowie Aster schreberi. Alle wachsen kräftig und werden knie- bis hüfthoch, besonders die beiden letzten Arten sind auch vor der Blüte attraktiv wegen der großen, dicht deckenden Grundblätter.

Im halbschattigen bis sonnigen Gehölzrandbereich wächst eine der schönsten Erscheinungen im Staudenreich, Thalictrum delavayi, die grazile chinesische Blütenraute, oft fälschlich unter der ähnlichen Thalictrum dipterocarpum geführt. Auf mannshohen Stengeln sitzen violett blühende schmal-pyramidale Rispen, die von Juni bis September erscheinen und ihr mit dem feinen, akeleiartigem Blattwerk ein schleierhaftes Aussehen verleihen. Eine Kreuzung aus T. delavyi und Thalictrum rochebrunianum, der robusten amerikanischen, nach einigen Quellen japanischen Vertreterin, ist Thalictrum 'Elin’, eine Pflanze mit der ihr Anbieter Coen Jansen auf der internationalen Staudenmesse in Bingerden 98 Aufsehen erregte. Die übermannshohe Staude ist bemerkenswert, weil hier der Eindruck einer mächtigen Solitärstaude mit eleganter Struktur und feiner Textur zusammen kommt. T. 'Elin’ will wie die anderen hohen Wiesenrauten gut plaziert oder gestäbt werden, ein Nachteil, den ich ihr verzeihe. Alle lieben frisch-humosen Boden, einen kühlen Fuß und eher helle Pflanzplätze.

Immer wieder trifft man in Zeitschriften und Büchern auf die klassische Kombination Alchemilla mollis und Geranium x magnificum oder G. platypetalum. Dieses Thema kann man auch abwandeln. Zum Beispiel kann die remontierende G. x magnificum 'Rosemoor’ gepflanzt werden oder Heuchera micrantha 'Palace Purple’ einige Geranium ersetzen. Aster radula soll laut Staudengärtnerin Gerhild Diamant den Klassiker bereichern. Die violette Feilenblattaster blüht ab Juli bis September und schiebt ihre langen Stolonen durch den Frauenmantel. In meinem Garten durchziehen vom Rand her die Triebe von Clematis x youiniana 'Preacox’ die Pflanzung. Clematis integrifolia bringt weiteres Blau. In Grünberg zeigte ein Dia von Dr. Hans Simon eine andere Kombination. Alchemilla epipsila durchmischt mit der langblühenden, schattenverträglichen Geranium 'Sirak' (G. ibericum x G. gracile), also ganz ähnlich, aber nur 30-40 cm hoch.

Alchemilla erythropoda Alchemilla erythropoda Alchemilla erythropoda
Ein Frauenmantel wie Alchemilla epipsila wurde von vielen schon lange erwartet. Er schließt die Lücke zwischen der teppichartigen, 15 cm hohen Alchemilla erythropoda und der großen Alchemilla mollis, in Blatt und Blüte schöner als diese. Eine Bereicherung des Sortiments. Nur noch 25 cm hoch ist ein Flickenteppich aus grüngelber Alchemilla vulgaris und hellblauem, kompaktem Geranium himalayense 'Gravetye´. Diese Bodenbedeckung wächst hier unter zwei Staudenpfingstrosen. Beide unterstützen die Pfingstrosenblüte im Mai und Juni und sichern den Raum, den die Pfingstrosen brauchen um alt und groß zu werden.
Die letzte Staude, die im Lebensbereich Gehölzrand vorzustellen wäre, ist Polygonum weyrichii (Polygonum w.),ein ca 140 cm hoher, standfester Solitär, der lt. Kayser und Seibert jeden Wurzeldruck verträgt. Die Blätter sind oval, kurzstielig und graufilzig. Die cremeweiße Blüte in einem traubigen Blütenstand erscheint im August bis September. Die Staude ist auch im Winter attraktiv und wächst horstig, was sie eigentlich erst so wertvoll macht. Bei mir wächst sie mit Lamium orvala und Carex sylvatica an der Westseite des Hauses.

Aster 'Snowflurry'Aster 'Snowflurry'Aster 'Snowflurry'
Weiter geht es in der sonnigen Freifläche, bzw. dem sonnigen trockenen Gehölzrand mit nährstoffarmem Boden und gutem Wasserabzug. Dort hat die folgende Staude ihr Optimum, obwohl sie auch im Schatten als grüne Decke in normaler Gartenerde gedeiht; Aster diffusus 'Snowflurry', auch als Aster speciousus'Connecticut' angeboten. Die Staude des Jahres z.B. 2004, nicht nur Bereicherung, sondern echte Erweiterung des Sortiments. Die Namensgebung ist noch nicht abgeschlossen. Wie mir Dr. Hans Simon, der zu Aster pansus aff. tendiert, in Grünberg sagte, kann sich Mrs. Beth Chatto nicht an den Namen der Finderin erinnern, die ihr die Pflanze aus Connecticut mitbrachte. Spontan erinnert der Habitus an einen flachen Wacholder oder Cotoneaster. Dem Wurzelstock entspringen kräftige Stengel, die nach 10-15 cm fast rechtwinklig abknicken. Die fächrig ausgebreiteten Triebe folgen dem Bodenrelief, überwachsen Steine oder hängen von Mauern und aus Trögen herab. Im September ist die Pflanze mit winzigen weißen Blüten übersät. Sie wirkt auch jetzt im Winter mit ihrem dunkelbraunem Skelett zwischen flächigem Thymian ,dem Steinquendel Calamintha nepeta ssp. nepeta und dem Diamantgras Achnaterum brachytrichum. Eine Calaminthagruppe eignet sich übrigens sehr gut, um z.B. diverse Narzissen oder die wertvolle Allium aflatunense 'Purple Sensation´ dazwischen zu pflanzen; beginnt der Steinquendel doch erst im Juli, wenn das Laub der Zwiebelgewächse fast vergangen ist, groß zu werden. Auch spät blühende Herbstzeitlosen wären einen Versuch wert, wenn man auf den Winteraspekt des Steinquendels verzichtet und zurückschneidet, wenn sich die Herbstzeitlosen hervorschieben.

In der Nähe wächst auch die weiße Form der österreichischen Königskerze, Verbascum chaixii 'Album’. Die bis 1,50 hohe Solitärstaude hat dunkelgrüne Blätter, ist im Aufbau gleich, aber weniger spektakulär als die gelben, graulaubigen Verbascum und scheint langlebiger zu sein. Sie soll auch im Halbschatten gedeihen.
Stauden, die am Rand wachsen, die Lückenfüller und Begleitstaude sein können, sind immer begehrt, besonders, wenn sie im neutralen Weiß blühen. Nepeta faassenii 'Snowflake' ist so eine, das Gegenstück zur bekannten blau blühenden Katzenminze, aber etwas schwächer im Wuchs.
Solch eine weiße Staude gibt es auch im Beetbereich, bzw in der frischen, nährstoffreichen Freifläche. Salvia nemorosa 'Schneehügel’ wird 40-50 cm hoch, sie blüht von Juni bis August und noch einmal im September, wenn sie nach der Blüte zurück geschnitten wird.

Polygonum polymorphumPolygonum polymorphumPolygonum polymorphum
Im Beet und der Freifläche wächst ebenfalls der Staudenknöterich Polygonum polymorpha (Polygonum p.), den ich zum ersten Mal bei Michael Busemann in Mönchengladbach gesehen habe. Imposante Solitärstaude ist fast untertrieben, kann er doch statt eines Zierstrauches verwendet werden. In Aussehen und Habitus ist er dem oben beschriebenen Polygonum weyrichii ähnlich, kann allerdings bis 250 cm hoch werden. Auch P. polymorpha treibt keine Ausläufer, ist standfest und zeigt ein Wintergerüst.

Achillea ´Feuerland´Achillea ´Feuerland´Achillea ´Feuerland´
Empfehlenswert ist die ebenfalls in Bingerden angebotene Achillea ´Feuerland´, hervor-gegangen aus der Absaat einer Hybride von A. millefollium und A. fillipendulina. Ernst Pagels ist dies geglückt, der ja schon oft das Staudensortiment bereichert hat. Die ca. 80-100 cm hohe standfeste und langlebige Staude blüht von Juni bis August. Werden Stiele für die Blumenvase geschnitten, blüht sie noch länger. Was sie besonders auszeichnet ist ihr Farbenspiel. Sie blüht rotorange auf und geht dann in ein warmes Gelb über. Nach und nach erscheinen wieder rotorange Blüten, die sich von unten nachgeschoben haben.
Ein Wildfund ist die vielgelobte Aster novae-angliae ´Purple Dome'. Die violette, lang blühende Rauhblattaster verkahlt bei ihrer Höhe von 40- 50 cm nicht wie die sonstigen hohen Sorten, was ihre Verwendungsmöglichkeiten stark erweitert. Sie ist standfest und gesund.

Crocosmia 'Lucifer’Crocosmia 'Lucifer’Crocosmia 'Lucifer’
Im Juli dominiert die scharlachrote Crocosmia 'Lucifer’ das „gelbe Beet", lt. Freiland-Schmuckstauden Crocosmia masoniorum x Curtonus paniculatus, denn sie soll von keiner anderen starken Farbe in ihrer Wirkung eingeschränkt werden. C. 'Lucifer’ sollte frei und sonnig stehen, um voll zu wirken, nicht am Zaunrand oder zwischen anderen hoch wachsenden Stauden, zieren doch auch der schräg aufrechte, überhängende Wuchs, die gladiolenartigen Blätter und die Samenstände bis lange in den Winter hinein. Unterpflanzt ist sie mit der wintergrünen Arabis procurrens, die den eher schweren, nährstoffreichen Boden im gelben Beet gut verträgt. An einer anderen Stelle steht die Gänsekresse wärmer und trockener, dort blüht sie seit Mitte Dezember.

Helianthus microcephalus 'Lemon Queen’Helianthus microcephalus 'Lemon Queen’Helianthus microcephalus 'Lemon Queen’
Die zitronengelbe, gut mannshohe Staudensonnenblume Helianthus microcephalus 'Lemon Queen’ (Helianthella quinquenervis) blüht im August und September so reich, daß man ein Hochzeitspaar daneben fotografieren könnte, wie ein Besucher einmal sagte. Eine wichtige Eigenschaft ist wie bei den oben genannten Knötericharten ihr horstiges Wachstum, das heißt keine oder kaum Ausläufer treibend. Im „gelben Beet" ist die ockerfarbig blühende Achillea millefolium 'Terra Cotta' der passende Partner, ausgeblüht, wenn H. ´Lemon Queen’ beginnt. Ein Gewinn ist auch Aster laevis, die glatte Aster, 120 cm hoch und von elegantem Wuchs. Die blauen oder blaß purpurfarbenen , mit 2,5 cm recht breiten Blütenköpfchen erscheinen im September und Oktober. Aster laevis var. geyeri und A. laevis 'Blauschleier’ sind auch im Handel.

Geranium psilostemon 'Ivan’Geranium psilostemon 'Ivan’Geranium psilostemon 'Ivan’
Auch mir gefallen die großen dauerblühenden Storchschnabelsorten wie der hellblaue Geranium ´Brookside’ ( G. pratense x G. clarkei 'Kashmir Purple) und Geranium 'Ann Folkard’, G.'Ivan’ und vor allem G.'Patricia’, die alle den karminroten Geranium psilostemon als ein Elternteil haben. Der wertvolle G. psilostemon ist immer öfter preiswert und echt im Handel.

Astrantia major 'Claret’Astrantia major 'Claret’Astrantia major 'Claret’
Die neuen Sorten der Sterndolde aus England und den Niederlanden werden immer bekannter. Piet Oudolf nennt sie die Helleborus des Sommers. In Bingerden wurde seine dunkelrote A. major ssp. major 'Claret’ in großer Zahl angeboten, eine Sämlingsrasse von A. m. 'Ruby Wedding’. A. major ssp. carinthiaca 'Canneman’ hat etwas Besonderes. Die anfangs rötlich überlaufene Blüte geht im Laufe des Sommers zu Weißgrün über. Diese neuen Geranium und Astrantien stehen sehr gut im Beet, und sie eignen sich dazu, wie der ewige Verbinder Frauenmantel, sanfte Übergänge zwischen Gehölzrand und Freifläche zu schaffen.

Zum Schluß möchte ich einige Stauden nennen, die mir persönlich aus verschiedenen Gründen negativ aufgefallen sind. Die auf Fotos wunderschöne Aster lateriflorus var. horizontalis hat bei mir versagt. Es war jedoch mein Fehler, da sie auf Sommertrockenheit und Windeinfluss mit Eintrocknung reagiert. Vielleicht sind neue Sorten weniger anspruchsvoll. Enttäuscht hat mich Veronicastrum virginicum 'Lavendelturm‘ in Bezug auf seine Standfestigkeit. Der gewiß sehr schöne V. virginicum 'Faszination’ soll wegen der großen Blüte noch schwächer sein. Bislang war der Riesenehrenpreis bei mir immer Haltgeber zwischen anlehnungsbedürftigen Stauden. Die Färbung der hochgelobten Fetthenne Sedum ´Matrona’ empfinde ich als etwas künstlich und Lysimachia ciliata 'Firecracker’ zeigt eine Art permanente Herbstfärbung, woran ich mich schlecht gewöhnen kann. Coreopsis tripteris und Campanula alliariifolia wollte ich näher kennenlernen, aber die Schnecken haben sie klein gehalten.

 Cornus sanguinea 'Winter Beauty’ Cornus sanguinea 'Winter Beauty’ Cornus sanguinea 'Winter Beauty’
Heute ist der 5. Januar 1999. In einer benachbarten mittleren Großstadt zeigt das Thermometer 18° Celsius. Der späteste der Herbstkrokusse, Crocus leavigatus 'Fontenayi’ blüht in fünf Exemplaren im Thymian. Duftschneeball, Jasmin und Winterkirsche lieben dieses Wetter. Die Trompetennarzisse 'Rijnvelds Early Sensation’ macht ihrem Name alle Ehre und zeigt wie die Schneeglöckchen ausgebildete Blütenknospen. Auch die drei verschiedenen Namen des neuen Hartriegel halten, was sie versprechen. Von weitem leuchten die rotorangen Triebe von Cornus sanguinea 'Winter Beauty’, 'Winter Flame’ und 'Midwinter Fire’ durch den Garten.
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