Gartenblog April - Dezember 2010

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Garten Gröne Blog.



Samstag, 11. Dezember 2010

Echte Felsenbirne Amelanchier ovalis
Warum ausgerechnet dieser Strauch in den Suchbegriffen der Statistik ganz oben steht, ist mir nicht klar. Nun quasi auf vielfachen Wunsch etwas mehr dazu.
Der einheimische Strauch bleibt deutlich kleiner, als die bekannte Kupfer-Felsenbirne A. lamarkii, die in jedem zweiten Garten zu finden ist. Blüte, Herbstfärbung und Habitus ähneln sich sehr. Auf die überreiche weiße Blüte im April und Mai folgen schwarze Beeren, beliebt bei Vögeln, die, falls man schneller ist, als Wildfrucht zu Marmeladen etc verarbeitet werden können. Die hohe nordamerikanische Felsenbirne (früher A. canadensis) ist ein Großstrauch und bekannt für die rot-orange Herbstfärbung, die früh einsetzt, aber nur kurz andauert. Dass sie so viel gepflanzt wird, liegt an der Anspruchslosigkeit und Frosthärte. Der Habitus ist groß und rund, so breit wie hoch. Leider sieht man viele aufgeastete, halbierte, auf den Stock gesetzte und sonstwie heruntergeschnittene Felsenbirnen, die nichts mehr mit der Schönheit eines freiwachsenden 6-8 m hohen alten Exemplars gemein haben. Oft wäre A. spicata, eine wenig verbreitete Art aus Nordamerika viel besser geeignet. Sie wächst schmal und aufrecht. Als Hochstamm ist übrigens A. arborea 'Robin Hill' eine gute Wahl.

Zurück zu Amelanchier ovalis. Sie wächst in Mitteleuropa auf Trockenmagerrasen, kalkhaltigen Hängen und felsigen Stellen. Für den Garten heißt das, alle sommertrocken, sonnigen Stellen mit durchlässigen mageren, gern kalkhaltigen Böden sind gute Pflanzplätze. Nach 10 Jahren im Garten Gröne ist der Strauch etwa zwei Meter hoch und breit. In der Literatur werden 1,5 bis 3 m als Höhe angegeben, abhängig vom Standort. Noch kleiner bleiben die Sorten A.o. 'Helvetica' und 'Pumila'.
Unterpflanzt mit Geranium 'Johnsons Blue' und Spodiopogon sibiricus als Begleiter der wunderbaren Herbstfärbung ist Amelanchier ovalis ein wichtiger Strauch im Gehölzbestand des Gartens.
Link zum virtuellen Rundgang Hahnendorn und Feuerahorn


Mittwoch, 17. November 2010

Frei nach Wilhelm Raabe
Ein Freund ist jemand, der deinen kaputten Zaun, die Blätter auf deinem Rasen, das Unkraut in deinen Beeten, die ungeölte Gartenbank, die überwucherte Rasenkante, die Geiltriebe in deinem Obstbaum, die Wühlmausgänge, die Maulwurfshügel, die ungeschnittene Hecke, den Schneckenfraß, die hässliche Wand des Nachbarn und das schlecht gestapelte Brennholz übersieht, aber die Blumen deines Gartens bewundert.




Sonntag, 7. November 2010

Lob des Schattens
Bildervortrag von Gerhild Diamant


24. November-20.00 Uhr
Gemeindezentrum der Ev. Kirche Kaldenhausen / Ulmenstraße
Duisburg - Rumeln-Kaldenhausen

Irgendwo in Duisburg liegt ein bezaubernder Hofgarten. Mit wenig gärtnerischem Erstwissen, aber großem Enthusiasmus für die Pflanze und dem Blick für die Besonderheit des Ortes entwickelte sich aus einem tristen Abstellplatz ein Gartenidyll.
Bericht über ein Experiment.





Freitag, 22. Oktober 2010

Staude der Stunde - Strobilanthes rankingensis
Eine Neuheit mit großem Potential ist die weitgehend unbekannte Staudengattung Otternkopf Strobilanthes aus dem Himalaya, heißt es schon schon länger auf meiner Webseite. “Noch nahezu unbekannt in unseren Gärten ist dieser attraktive Gast aus Sibirien“, heißt es bei Dieter Gaissmayer. Woher auch immer, die Gehölzrandstauden gedeihen bei ausreichender Feuchtigkeit in der Sonne und sind halbwegs hart, wie der letzte Winter gezeigt hat. Die hohe St. atropurpurea braucht mehrere Jahre, um zur vollen Größe heranzuwachsen. Sie bleibt nicht brusthoch, wie man gelegentlich lesen kann. Wertvoll ist die weiß-blaue Sorte 'Aquarelle' von Brian Kabbes.
Hier wächst die niedrigere St. rankingensis, was wiederum auf Südafrika hinweist. Die blauen, schlangenkopfartigen Blüten erscheinen passend im August, bevor mit Astern und Gräserblüten der Herbst Einzug hält.



Samstag, 16. Oktober 2010

Neuer Blog: Storchschnabel und andere Stauden
“Damit kann ich einige der vielen Fotos, die ich dauernd mache, rasch und unkompliziert ins Netz stellen und alles ist irgendwie in einem Kontext“. Ein Glück für uns, dass die wahrscheinlich jüngste Geraniumexpertin weltweit, Katrin Lugerbauer aus Österreich, nun auch einen Blog mit dem Titel „Storchschnabel und andere Stauden“ schreibt und ihre Fans mit Eindrücken aus ihrem Garten verwöhnt. Wer im Netz nach Geranium sucht, ist vermutlich schon einmal auf ihrer Seite geranium.at gelandet oder hat einen ihrer Beiträge im Forum garten-pur gelesen. Ob nun ihre besondere Stärke der Umgang mit der Kamera, ihre herausragenden Pflanzenkenntnisse oder ihr gestalterisches Geschick ist lässt sich ernsthaft nicht entscheiden. Die Aufnahme des Oudolfbeetes im RHS Garden Wisley war lange Zeit mein Bildschirmschoner. Abonnieren!
Bei der Gelegenheit: Österreich hat mehr zu bieten. Lesenswert sind u.a. der blog: 'Meine grüne Leidenschaft' von Elfriede Lungenschmied und der Newsletter der 'Staudengärtnerei Sarastro' von Christian Kress.
Storchschnabel und andere Stauden





Freitag, 15. Oktober 2010

Staude der Stunde: Leucanthemella serotina 'Herbststern'

„Vor 20 Jahren hatten wie die schon mal, nun ist sie wieder da“, meinte die Staudengärtnerin meines Vertrauens zur Herbstmageritte oder spätblühenden Wucherblume, die als alter Bauerngartenschatz eine Renaissance erlebt.
Die strahlend weißen, dicht bei dicht stehenden Korbblüten sind einfach gefüllt. Die schmalen langen Zungenblüten geben der Blüte einen eleganten Touch. Chrysanthemum serotinum, wie sie lange hieß, wächst kräftig, aber wuchert nicht.

Vor allem ihre Fernwirkung ist eindrucksvoll und mit wenig anderem im Staudenreich zu vergleichen. Auf jedem nicht zu trockenen Boden eine Bereicherung im herbstlichen Garten.







Samstag, 10. Oktober 2010
Jetzt ist Pflanzzeit!

Als ich in der Baumschule lernte, hing jeden Herbst ein langes, im dunklen Grün gehaltenes Plakat mit diesem Spruch an der Straße. Für uns war das eine Selbstverständlichkeit. An der Arbeit konnten wir feststellen, dass die Saison wieder begonnen hatte. 20 Jahre später sind Gehölze und Rosen dank der Containerkultur allzeit verfügbar. Daran ist nichts auszusetzen, aber dass Herbst und Winter die Besten der möglichen Pflanzzeiten sind, gilt nach wie vor. Heutzutage erhält man erstaunte Blicke, wenn man vorschlägt die Pflanzung noch im Herbst umzusetzen.
Gehen die nicht im Winter ein? Da wundert sich das Publikum, denn niemand sagt Ihnen, dass Rosen, Pfingstrosen, Ziersträucher, Bäume, Stauden und Gräser im Winterhalbjahr erste Wurzeln machen, sich am neuen Standort etablieren, im Boden vor Frost und Trockenheit geschützt sind und im Frühjahr mit Vorsprung ins neue Gartenjahr starten können. Natürlich lieben Japananemonen keine Herbstpflanzung. Klar ist auch, dass bei nässeempfindliche Stauden, die auf wenig durchlässigen Boden gepflanzt werden, die Gefahr des Auswinterns besteht.
Können sie denn alle Pflanzen besorgen? An der Stelle muss ich zögern, denn wie in der 'self verfilling prophecy' hat sich das Sortiment der Gartencenter und mancher Staudengärtnerei im Herbst tatsächlich verkleinert. Die Vermehrungszeiten zielen auf das Frühjahr als Hauptabsatzzeit hin. Wegen der geringen Nachfrage wird der Aufwand für die Überwinterung als zu groß angesehen und die großen Gartencenter und Baumärkte rechnen. Sie brauchen den Platz der Stauden für die Weihnachtsausstellung. Das führt zu Auswüchsen, wie dem rabattierten Abverkauf der Pflanzen. Wat nix kost taugt nix, ist nur eine der möglichen Assoziationen. Das Spiel geht weiter. Vor allem im April und Mai muss das Pflanzen-Geschäft brummen, dann kommen schon die Gartenmöbel und das Grillgerät.
Wer leidet darunter? Kleine Landschaftsgärtner, Baum- und Rosenschulen und Staudengärtnereien, deren Umsatz im Herbst einbricht und durch Mehrarbeit im Frühjahr wieder aufgeholt werden muss.
Nur die Blumenzwiebelhändler haben noch nach wie vor jetzt ihre Hauptsaison. Ein weiteres Argument für die Pflanzung im Herbst. Ohne Tulpe, Narzisse und Co. kein immerblühendes Beet.







Samstag, 2. Oktober 2010

Staude der Stunde
Helianthus microcephalus 'Carine'


Eigentlich muss über die bekannte Schwester dieser neuen Sorte, Helianthus 'Lemon Queen' nicht viel gesagt werden. Inzwischen ist die kleinblättrige Staudensonnenblume im Standardsortiment angekommen und in vielen Gärten zu sehen. Die neue Sorte des belgischen Züchters Chris Ghysellen ist ihr in allem ähnlich, abgesehen von den rötlichen Stielen und der blass-gelben Blütenfarbe. H. 'Carine' ist robust, standfest, kaum aufkahlend und lange blühend, das alles mit moderatem Ausbreitungsdrang.
Nur der Name will zur Blütenfarbe nicht so recht passen, sie könnte auch gut H. 'Neon Queen' heißen, dann wüssten alle was gemeint ist. 'Moonbeam' ist ja schon vergeben.





Donnerstag, 30. September 2010

Es blüht ja gar nichts mehr!

Stauden, Gräser, Zwiebeln und Gehölze, die Ende September 2010 im Garten Gröne blühen, eine nennenswerte Nachblüte entwickeln, Fruchtschmuck, Herbstfärbung zeigen oder all dies noch tun werden.
Ohne Kommentar.

Abelia grandiflora
Aconitum carmichaelii 'Arendsii'
Agastache rugosa 'Black Adder'
Amelanchier ovalis
Anemone Japonica-Grp. 'Honorine Jobert'
Anemone Japonica-Grp. 'Pamina'
Anemone Japonica-Grp. 'Prinz Heinrich'
Aralia californica
Aronia melanocarpa
Aster ageratoides 'Asran'
Aster divaricatus
Aster dumosus 'Augenweide'
Aster dumosus 'Blaue Lagune'
Aster × frikartii 'Mönch'
Aster laevis
Aster macrophylla 'Alba'
Aster macrophylla 'Twilight'
Aster pyrenaeus 'Lutetia'
Aster sedifolius ssp. sedifolius 'Nanus'
Astrantia major ssp. major 'Canneman' [oudolf]
Astrantia major ssp. major 'Claret' [oudolf]
Bergenia 'Herbstblüte'
Calamintha nepeta 'Blue Cloud'
Calamintha nepeta ssp nepeta
Caryopteris divaricata 'Jade Shades'
Centranthus ruber 'Albus'
Centranthus ruber 'Coccineus'
Ceratostigma plumbaginoides
Chrysanthemum serotinum 'Herbststern'
Cimicifuga ramosa
Clematis orientale 'Bill Mackenzie'
Colchicum autumnale
Colchicum speciosum
Coreopsis tripteris
Coreopsis verticillata
Crataegus crus-galli
Crocus speciosus
Cyclamen hederifolium
Cyclamen purpurascens
Echinacea purpurea 'Fatal Attraction'
Echinacea purpurea 'Ruby Glow'
Euonymus europaeus
Eupatorium rugosum 'Chocolate'
Eragrostis spectabilis
Gaura lindheimeri 'Siskiyou'
Gaura lindheimeri 'Whirling Butterflies'
Gentiana asclepiadea
Geranium × 'Ann Folkard'
Geranium × 'Dragon Heart'
Geranium × 'Roxanne'
Geranium sanguineum 'Max Frey'
Geranium sanguineum 'Tiny Monster'
Geranium sanguineum var. lancastriense
Helianthus microcephalus 'Lemon Queen'
Helianthus microcephalus 'Carine'
Heptacodium miconioides
Hydrangea quercifolia
Hypericum inodorum
Indigofera heterantha
Kirengeshoma palmata
Knautia macedonica 'Mars Midget'
Lamium maculatum 'Chequers'
Leycesteria formosa 'Purple Rain'
Lonicera periclymenum 'Serotina'
Lysimachia clethroides
Meconopsis cambrica
Miscanthus sinensis 'Afrika'
Miscanthus sinensis 'Ghana'
Miscanthus sinensis 'Roland'
Miscanthus sinensis 'Silberfeder'
Nandina domestica
Nepeta × faassenii 'Walkers Low'
Panicum virgatum 'Cloud Nine'
Panicum virgatum 'Heiliger Hain'
Panicum virgatum 'Rotstrahlbusch'
Panicum virgatum 'Shenandoah' [Oudolf]
Polygonum amplexicaule 'Atropurpureum'
Polygonum amplexicaule 'Blackfield'
Polygonum amplexicaule 'Fat Domino'
Polygonum amplexicaule 'Firetail'
Polygonum amplexicaule 'Rowden Gem'
Polygonum campanulatum 'Rosenrot'
Polygonum filiformis 'Variegata'
Polygonum macrophyllum 'Red Dragon'
Potentilla fruticosa var. mandshurica
Rosa Kletter-Rose 'New Dawn'
Rosa Strauch-Rose 'Graham Thomas'
Rosa Strauch-Rose 'Schneewittchen'
Rudbeckia fulgida var. sullivantii 'Goldsturm'
Salvia nemorosa 'Schneekönigin'
Sanguisorba tenuifolia 'Purpurea'
Sanguisorba 'Red Thunder'
Sassafras albidum
Saxifraga cortusifolia var. fortunei 'Rubrifolia'
Saxifraga cortusifolia var. fortunei 'Wada'
Scabiosa ochroleuca
Sedum × 'Matrona'
Sedum 'Mohrchen'
Sedum 'Xenox'
Sedum kamtschaticum var. floriferum 'Weihenstephaner Gold'
Sedum telephium 'Herbstfreude'
Sesleria autumnalis
Solidago rugosa 'Fireworks'
Sorghastrum nutans 'Sioux Blue'
Sporobolus heteroepis
Sternbergia lutea
Strobilanthus rankaniensis
Verbena bonariensis
Vernonia crinita 'Mammuth'
Veronicastrum villosulum
Viburnum farreri




Sonntag, 18. September 2010

Stauden im Feuilleton

Das hat es lange nicht gegeben.
Der niederländische Gartendesigner Piet Oudolf nimmt an der Architektur-Biennale in Venedig teil. Im "Giardino delle Vergini" gestaltete er einen Garten, der den Abschluss der Ausstellung im Arsenale bildet. Ein Video der deutschen Welle kursiert zurzeit im Netz. Eine typische Oudolf Pflanzung ist zu sehen, mit Auslesen bekannter Prärie- und Wildstauden, Gräsern und dem bekannten Spätsommer-Effekt. Oudolf gestaltet seit Jahren in Deutschland, den Niederlanden und Skandinavien großflächige Staudenpflanzungen. In den USA gelten der Battery Park on the High Line in New York und der Millennium Garden in Chicago als seine Hauptwerke.
Nun streiten Fachleute, die sich mit Stauden und ihrer zeitgemäßen Verwendung beschäftigen regelmäßig über die Qualität seiner Pflanzungen. Es werden Beispiele angeführt, die seine Nicht-Einzigartigkeit belegen und Pflanzungen genannt, die zeitlich vor dem Erscheinen des Buches: "Zarte und prachtvolle Gräser" entstanden sein sollen. Großer Selbstdarsteller, guter Geschäftsmann und ähnliche Anwürfe bleiben nicht aus.
Wie dem auch sei, für die Sache ist das ein großer Schritt, denn konsequent wird vom Gartenkünstler gesprochen und die Aufmerksamkeit des Bildungsbürger-Publikums kann dem Staudenfreund und Gartengestalter nur Recht sein. Kaum einer zögert noch die Architektur neben Bildhauerei, Malerei, Musik und Literatur zu den schönen Künsten zu zählen.
Wenn Gartenkunst, also gestalten mit Pflanzen, als eigenständige und gleichberechtigte Kunstform wahrgenommen wird, ist das eine Entwicklung von der alle profitieren.
Wer ist der deutsche Superstar? Fehlanzeige! In England werden Gartenmagazine zur Hauptsendezeit ausgestrahlt. Die Moderatorin Charlie Dimmock ist ein Medienstar und kann vermutlich durch keine größere Fußgängerzone spazieren, ohne von Passanten angesprochen zu werden.
Ein Blick in die Zukunft: In der Leitung der Insel Meinau hat es einen Generationswechsel gegeben, das lässt hoffen. Auf Schloss Ippenburg wird ein Konzept verwirklicht, das in der Tradition der großen Herrenhäuser und Schlösser Englands steht. Der Hermannshof in Weinheim finanziert sich über eine modernes Sponsorenkonzept und beschäftigt mit Cassian Schmidt einen Gartenwissenschaftler mit großer Ausstrahlung. Erfreulich: In Focus online wird statt Ericaceen Polygonum amplexicaule als Herbstblüher empfohlen.
Andererseits: Der Sichtungsgarten Weihenstephan tritt auf der Stelle, die Weiss´sche Anlage im Münchener Westpark verwildert. Bundes- und Landesgartenschauen ziehen in einem Tross durch das Land, in den Neues nur schwer Einzug hält und Besitzstand gewahrt wird. Ein Schweizer Star-Gartenarchitekt begnügt sich mit der bunten Badehose des Eigentümers und einem dezenten Vasenschmuck, wenn es um Farben im Garten geht.
Und alles in allem regieren die drei großen B´s Birken, Bambus und Buchsbaum. Von Kirschlorbeer ganz zu schweigen.

Video der deutschen Welle




Sonntag, 10. September 2010

Boisheim blüht – Drei neue Staudenbeete im Stadtgebiet

Erste Überlegungen zu diesem Projekt stammen aus dem Dezember 2008.
Durch die Zusammenarbeit des Bürgervereins Boisheim mit der Sparkassenstiftung und dank der Unterstützung des Gartenamtes Viersen konnten in Viersen-Boisheim im Frühling diesen Jahres drei Staudenbeete im Stadtgebiet angelegt werden. Rasenflächen wurden entfernt und der Boden mit Humus verbessert.
In einer gemeinsamen Aktion mit Freiwilligen des Bürgervereins und unter tatkräftiger Unterstützung des Viersener Gartenamtsleiters wurde an einem Wochenende im Mai gepflanzt und anschließend mit Natursteinsplitt der Körnung 8/16 gemulcht. Kaum Unkraut und keine Hundehaufen lohnen den Aufwand.
Gab es zu Anfang noch kritische Stimmen in der Bevölkerung hat sich inzwischen Zufriedenheit bis Begeisterung breit gemacht.
Nun folgt im Herbst das Legen von Blumenzwiebeln und die Fläche für ein weiteres Staudenbeet mit Knöterich, Wasserdost und Chinaschilf ist schon ausgeguckt.

Aktuelle Aufnahmen der Beete finden Sie hier.




Dienstag, 3. August 2010

Farben im Garten

Besuch von Fotografen, die im Garten aufnehmen möchten ist immer gerne gesehen, solange nicht "Pflanzen- und Gartenfotografie im Hauptberuf“ auf der Visitenkarte steht. Das ist bei der “Farbenflüsterin“ nicht der Fall, die in ihrem eigenen Stil alle Arten der Fotografie abdeckt. Im Garten Gröne standen Blüten im Focus. Die aktuellen Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung faszinieren die Künstlerin und der spielerische Umgang mit Farbwerten, Kontrast und Dynamikumfang bringt erstaunliche Ergebnisse.
Die Bilder entstanden bei einem Besuch Mitte Juli. Helenium, Gaura, und Crocosmia sind unschwer zu erkennen.
Auf der Fotocommunity-Webseite sind die Bilder in der Rubrik “Aus dem Zaubergarten“ veröffentlicht.

Einen Querschnitt ihres Schaffens zeigt die Internet-Bildagentur seen.by



Mittwoch, 12. Mai. 2010
Gestalten von der Pflanze aus
von Bernd Schubert, Rheinische Post, Nettetal

Hermann Gröne gilt unter Blumenfreunden als "Stauden-Papst". Den unfreiwillig erhaltenen Titel mag der Wahl-Leuther gar nicht. Aber er wirbt unermüdlich für die pflegeleichten und attraktiven Pflanzen.
"Das ist doch der Stauden-Papst aus Leuth", heißt es nicht nur im Kreis Viersen, wenn von Hermann Gröne (47) und der wunderbaren Pflanzen-Gattung im Allgemeinen die Rede ist.

So beginnt ein längerer Artikel in der Rheinischen Post vom 12.5.2010.
Scherze über die amerikanische Flowerpower Bewegung und zum derzeit schlechten Ansehen der Katholischen Kirche in der Öffentlichkeit sind also vorprogrammiert. Googelt man/frau den Begriff in obiger Schreibweise erscheint meine Wenigkeit noch vor dem großen Karl Foerster und dass ist mir tatsächlich peinlich und völlig unangemessen.

Den ganzen Artikel lesen Sie hier.




Montag, 19. April 2010

Blühende Paradiese - Niederrheinische Gärten öffnen ihre Pforten

Die Neuauflage 2010 der „Gartenparadiese am Niederrhein“ von Susanne Paus und Hans Glader stellt neben Anlagen aus den Kreisen Kleve und Geldern auch Gärten im Kreis Viersen vor.
Der großformatige Bildband präsentiert 27 unterschiedliche Privatgärten und parkartige Anlagen von Borken im Norden bis Viersen im Süden des Niederrhein. Ein Teil der Gärten liegt in der niederländischen Provinz Gelderland. Der ausführliche Text von Susanne Paus beschreibt jeden der Garten auf sechs Seiten. Die Fotografien von Hans Glader zeigen die Anlagen von ihrer besten Seite.
In dieser Ausgabe sind erstmalig auch drei Gärten aus dem Kreis Viersen aufgenommen worden.
Neben dem Blumengarten Waldorf in Hinsbeck-Oirlich und dem Stadtgarten der Familie Kohlhaas in Viersen Dülken der Garten Gröne in Leuth-Busch.
Unter dem Titel „Natürlich am Schönsten“ vermitteln der einfühlsame Text und spannende Fotos von Gräsern, Astern und früh- bis spätsommerliche Impressionen einen Eindruck des Garten Gröne im Lauf der Jahreszeiten. Infos zu Öffnungszeiten, Anfahrt und Ausflugstipps in der näheren Umgebung runden die Sache ab.
Zu den im Buch vorgestellten Gärten gehören u.a. der Garten Lucenz/Bender in Bedburg-Hau oder der Privatgarten von Piet Oudolf in Hummelo.
Mercator Verlag, 168 Seiten mit über 270 Fotos und Übersichtskarte, Format 25 x 31 cm, Preis 28,- Euro,
ISBN: 3-87463-460-1
Mehr Infos auf der Verlagseite.

Google-maps-Karte:
Gartenparadiese am Niederrhein




Aralia californica im ersten Frühjahr umgeben von Geum rivale.
Aralia californica im ersten Frühjahr umgeben von Geum rivale.
Montag, 29.März 2010

Was sind Opferstauden?
Gastbeitrag von Torsten Matschiess, Garten Alst

Da der Begriff der Opferstaude bereits kursiert, möchte ich eine kleine Definition nach reichen.
Als der Garten Alst frisch bezogen noch ein Meer von Weihnachts- und Lebensbäumen war, ging es bei geselligen Abenden so langsam los mit der Planung. Von meiner ursprünglichen Idee, zuerst kleine Beete als Inseln in die Wiese zu platzieren, um dort zuerst die Großstauden zu pflanzen, konnte uns unser Freund Hermann www.garten-groene.de) schnell abbringen. Zum einen musste in jedem Fall der gesamte Plan stehen, bevor wir diese Inseln hätten anlegen können und zum anderen bot Hermann an, seinen eigenen Garten zu beernten, um nicht zu sagen zu plündern. Bei der weiteren Planung wurde schnell klar, dass die Großstauden nicht im Hintergrund, sondern nah an den zahlreichen Wegen stehen sollten, ohne jedoch diese langfristig zu verbauen. Im späten Sommer sollten sie durch ihre gestaffelte Anordnung Strukturen schaffen, den Raum optisch vergrößern und Sichtachsen nicht entlang der Wege sondern durch die Beete selbst schaffen.
Was bei einer in der Höhe gestaffelten Rabatte in der Regel weniger Beachtung findet, wurde zur interessanten Frage bei unserer Planung: Wie umpflanzen wir die Großstauden, damit sich diese adäquat entwickeln können und ihr Umfeld auch im Frühjahr attraktiv wirkt. Wer einmal die Entwicklung einer Aralie (continentalis oder californica) oder Aconogonon speciosum Johanniswolke über Jahre beobachtet hat, wird wissen, welchen immensen Raum sie über diese Zeit einnehmen. Wir waren also auf der Suche nach Stauden, die möglichst früh im Jahr blühen und mit im Jahresverlauf zunehmender Beschattung (durch die Großstauden) zurecht kamen. Des weiteren mussten sie nicht sehr langlebig sein, da sie mit der Zeit eh verdrängt werden. In diesem Zusammenhang fand ich den Begriff Opferstauden angemessen. (Zu diesem Zeitpunkt wären Einjährige nicht in Frage gekommen. Kann man mal sehen, wie dogmatisch wir in diesen Dingen waren…)
Als Opferstauden wurden dann schnell folgende Kandidaten ausgewählt: Papaver orientale, Geum rivale, Pulmonaria officinalis, Geophyten, Bistorta affinis und weitere Bodendecker für eher halbschattiges Milieu.
In Kürze folgen ein paar Beispiele aus der Praxis. Hier und unter garten-groene.blogspot.com.
Am Rande: Der Name Opferstauden habend, d. h. „zum Opfer die (Homa-)Staude verwendend”, ist ein Kultname des Priesters Spitama aus Awesta „Zarathuschtra Spitama”.






Sonntag, 28. März 2010

Staude der Stunde-Pachyphragma macrophyllum

Die unscheinbare Staude mit den frischgrünen, runden Blättern fällt im Sommer nicht weiter auf. Ihre besondere Stärke liegt in der frühen Blütezeit direkt nach Krokus und Galanthus. Auch im tiefen Laubgehölzschatten kommt die immergrüne Staude gut zurecht. Sie sät sich leicht aus ohne lästig zu werden und dient als Begleiter von Solitär- und Blattschmuckstauden oder Bodendecker im Schatten und Halbschatten.
Bis vor einigen Jahren fand sich Pachyphragma macrophyllum syn. Thlaspi macrophyllum nur in der englischen Gartenliteratur beschrieben.
Beth Chatto schreibt in ihrem Buch: 'Im grünen Reich der Stauden' über sie: "Ich verwende große Mengen als Bodendecker und wirkungsvoll im Schatten unter Büschen. Es ist eine unterschätzte Pflanze, die sich nur langsam ausbreitet und mit ihren großen, runden, schimmernden Blüten ein auffälliger Bodendecker ist. Wenn die Schneeglöckchen verblüht sind, treten die dichten, weißen Blütenbüschel wie spät gefallene Schneeflocken deutlich hervor."

Bestimmt bieten mehrere Staudengärtnereien das großblättrige Täschelkraut an. Bekannt sind mir zur Zeit Friesland-Staudenkulturen in Jever und Staudengärtnerei Sarastro in Ort am Inn, Österreich.




Mittwoch, 24. März 2010

Wer war eigentlich Rosemarie Weisse?

Die Planerin und Staudenkennerin Rosemarie Weisse gestaltete 1983 im Zuge der IGA München im Westpark eine Steppenheidepflanzung, die vielen Staudenfreunden ein Begriff ist. Mit der Verwendung von Gräsern wie Miscanthus, Stipa, Pennisetum und vielen Stauden der momentan sehr angesagten nordamerikanischen Prärie war sie ihrer Zeit voraus.
Dass sich die Pflanzung in der 90er Jahren stets im optimalen Pflegezustand präsentierte, lag daran, dass die Planerin regelmäßig die Anlage besuchte und für ein geringes Honorar in die Pflege über Jahre persönlich eingebunden war.
Dadurch konnten Fehlentwicklungen wie unkontrollierte Aussaat einzelner Arten, das Einnisten von Wurzelunkräutern oder ungeeignetes Nachpflanzen bei Ausfällen immer verhindert werden. In Zeitschriften und Gartenbüchern war die Anlage präsent. Zum Beispiel berichtet Penelope Hobhouse in ihren Buch “Pflanzen in ihren Lebensbereichen“ über die Anlage. Auch Noel Kingsbury zeigt in “The new perennial garden“ Fotos der Pflanzung. Der englische Gartenautor Stephen Lacy berichtet 2002 über “The new german style“ und schreibt begeistert vom Besuch im Westpark. Zu der Zeit war für internationale Besucher des Sichtungsgarten Weihenstephan auch ein Besuch dieser Staudenpflanzung obligatorisch.
Rosemarie Weisse verstarb 2002 im Alter von 74 Jahren. Seitdem hat die Qualität der Pflanzung abgenommen. So die Meinung mehrerer Besucher des Gartenpraxis-Seminars zur Zukunft und Aktualität der Staudenrabatte in Grünberg. Auf private Initiative wurde inzwischen Kontakt mit dem Witwer aufgenommen, um Einsicht in die Pläne und Aufzeichnungen nehmen zu können. Die Verantwortlichen des Westpark scheinen nicht genug zu würdigen, dass die Planerin in Gartenbaukreisen weltberühmt ist und dies eine Pflanzung mit Vorreiterrolle war.
Ich habe jahrelang als Besucher der Gartenpraxis Seminare mit Frau Weisse im Saal gesessen und das ein oder andere anregende gärtnerische Gespräch führen können. Wenn das Netz nichts vergisst, freue ich mich hiermit, einen kleinen Beitrag zum Andenken an Rosemarie Weisse geleistet zu haben.

Fotos von der Staudenpflanzung im Westpark auf flickr von 2007

Artikel von 2002 im Magazin Horticulture, in english


gärtnerische Ziele
in Europa


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Gartenreisen 2019
Atmo

Klassische und moderne Gartenreise-Ziele in Madeira, England, Italien, Frankreich und Deutschland stehen auf dem Programm der Gartenreisen 2019.

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